Europäischer Verband der nationalen Fachverbände der Kaltbandhersteller.

CIELFFA ...

... the European Federation of the National Associations of Cold Rolled Narrow Steel Strip Producers.

... est une association européenne regroupant les syndicats nationaux des lamineurs à froid.

25. November 2021

Mit fast 30 Teilnehmern aus Spanien, Italien, Tschechien und Deutschland war das Jahrestreffen in Düsseldorf am 25.11. überaus gut besucht. In dem rund dreistündigen Meeting gab es hochinteressante Vorträge, zunächst von Herrn Dr. Juchmann von der Salzgitter Flachstahl AG. Er berichtete über die Unternehmensaktivitäten rund um die Dekarbonisierung der Stahlerzeugung, insbesondere über das SALCOS-Projekt bei Salzgitter, welches auf die Direktreduktion mit grünem Wasserstoff und Erdgas aufbaut. Er skizzierte dabei den Transformationsprozess des Unternehmens und die Pläne von Salzgitter bis 2045, in der Endausbaustufe bis zu 95 Prozent CO2 einzusparen. Dabei beleuchtete Dr. Juchmann auch die Entwicklung von Angebot und Nachfrage von bzw. nach Energie aus erneuerbaren Quellen und grünem Wasserstoff. Er stellte hierzu verschiedene Projekte von Salzgitter vor, um den entsprechenden Bedarf zu decken. Dr. Juchmann geht bei einer Reduzierung von CO2 in Höhe 97% von einer Verteuerung der Tonne Rohstahl von 36% bis 61% aus.

Der zweite Vortrag zum Thema Klimaneutralität und Dekarbonisierung war der Beitrag von Herrn Dr. Buddenberg und Herrn Zelit von C.D. Wälzholz. Sie referierten zum Thema ‘Calculation of current and future carbon footprint’, stellten zunächst die verschiedenen allgemeinen Berechnungsmethoden hierzu vor, um anschließend den unternehmensinternen Ansatz zu beschreiben. Man setzt auf eine produktbezogene Berechnung des CO2-Fußabdruckes und verwendet den sog. ‚cradle-to-gate‘-Ansatz. Um Themen wie bspw. den Produktpass mit CO2-Werten unter Berücksichtigung der Recyclingfähigkeit, den Transfer verifizierter CO2-Daten entlang der Lieferkette nach dem gleichen Standard oder die Bilanzierung bewerteter CO2-Reduktionen und die Weitergabe an den Markt intensiver zu besprechen, wird eine Arbeitsgruppe zum Thema CO2-Fußabdruck vorgeschlagen.

Herr Schönemeyer berichtete in dem Jahrestreffen wie üblich zum Thema FMP (Ferrous Metals Processing) BREF. Die finale Publikation wird für 2022 erwartet. Er skizzierte relevante Aspekte für den Kaltwalzbereich. So wird bspw. das Haubenglühen nicht mehr als Feuerungsanlage eingestuft.  Wenn Unternehmen derzeit Änderungen beim Glühen planen, können sich diese gerne für die Details, welche sich aus den neuen BREFs ergeben werden, an Herrn Schönemeyer wenden. Weitere relevante Aspekte sind der Präsentation zu entnehmen, die wir an die Mitglieder versendet haben.

Zum Thema Normen konnte Herr Brachthäuser die erfolgreiche Revision der Norm EN DIN 10132 verkünden. Hierzu hat er diverse Schulungstermine angeboten (s.u.). Herr Kunkel übernahm die Aufgabe, Herrn Brachthäuser zu verabschieden, da er seinen Ruhestand angetreten hat und bei C.D. Waelzholz ausscheiden wird. Herr Brachthäuser hat über Jahre die Normungsgruppe erfolgreich geleitet und war auch maßgeblich an der Überarbeitung aller Normen beteiligt. Wir danken ihm nochmals für seine kompetente Unterstützung und die langjährige gute Zusammenarbeit!

  

Nach einer rund dreijährigen Bearbeitungszeit ist die DIN EN 10132 nun offiziell veröffentlicht worden und beim Beuth-Verlag in mehreren Sprachen verfügbar.

Herr Brachthäuser, der die Norm maßgeblich mit überarbeitet hat, hat einstündige Online-Schulungen zu der neuen Norm für Mitarbeitende in den Mitgliedswerken der Fachvereinigung angeboten. Die deutschsprachigen Termine fanden am 07.12 und am 14.12. statt. Mit rund 35 Teilnehmern aus den Geschäftsführungen, dem Vertrieb, der technischem Kundenberatung und dem Qualitätsmanagement waren die Workshops sehr gut nachgefragt.

Am 16.12. und am 12.01.2022 bietet Herr Brachthäuser die Schulungen auch in englischer Sprache insbesondere für die internationalen Cielffa-Mitglieder an, aber auch für englischsprechende Mitarbeitende der Fachvereinigung.

29/04/2021

Das Health & Safety Webmeeting fand Ende April mit rund 30 Teilnehmern aus allen Mitgliedsländern statt. Unser Redner war Herr Sippel, Gesundheits- und Sicherheitsmanager und Experte bei Tata Steel.

Der Schwerpunkt lag auf verhaltensbedingten Unfällen. Sie machen laut Präsentation rund 85 Prozent aller Unfälle aus. Mit seiner langjährigen und tiefgreifenden Erfahrung im Bereich Gesundheit und Sicherheit gab Herr Sippel eine Antwort auf die Frage, warum trotz vieler Anstrengungen bei technischen Maßnahmen oder Sicherheitsüberprüfungen immer noch relativ viele Unfälle passieren.

Die Herausforderung besteht darin, eine Kultur des Sicherheitsbewusstseins bei den Mitarbeitern zu implementieren. Und das braucht Zeit. Es ist nichts, was über Nacht passiert, es ist eher ein Prozess von Jahren oder sogar Jahrzehnten. Trotzdem ist es absolut notwendig, dieses Problem in jedem Unternehmen anzugehen. Die Sicherheit der Mitarbeiter ist eine der Hauptaufgaben des Managements und sollte Priorität Nummer eins haben (auch in allen Besprechungen)! Der Grund für verhaltensbedingte Unfälle liegt häufig in schlechten Führungsqualitäten, findet Herr Sippel. Gute und geschulte Führungskräfte, die eine Vorbildfunktion haben, sind auf allen Ebenen erforderlich. Herr Sippel befürwortet eine Null-Toleranz-Politik in Unternehmen. Schauen Sie niemals weg und suchen Sie den Dialog mit Ihren Mitarbeitern, dies sollte die Maxime für Führung sein.

Herr Sippel stellte verschiedene "Werkzeuge" vor, mit denen diese Aspekte vorangetrieben werden können. Zum Beispiel erklärte er die Bedeutung regelmäßiger positiver Sicherheitsgespräche, von Sicherheitsmanagementtouren und eines Systems zur Meldung von Beinaheunfällen. Um solche Routinen und Prozesse zu implementieren, verteilte er einige konkrete Checklisten und Formulare. Darüber hinaus präsentierte er ein sogenanntes Culture Assessment Tool, mit dem bewertet werden kann, wo das jeweilige Unternehmen in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit steht. Auch eine 2-Minuten-Risikokarte kann im Alltag hilfreich sein. Diese Karte in der Größe einer Spielkarte gibt dem Mitarbeiter eine Antwort, ob eine Aufgabe sicher ausgeführt werden kann oder nicht.

Am Ende folgte eine sehr interessante Diskussion über die Sicherheit und Vorschriften bei Fremdfirmen sowie über einen Standard bzw. eine Verfahrensregel für den Umgang mit Bindebändern, welche bei Tata Steel verwendet wird.

Wenn Sie weitere Informationen zu diesen Aspekten oder den genannten Dokumenten benötigen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.